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Aktuelles von Donnerstag, 18.8.2005

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Probleme bei HP Aircraft?

TT62 noch nicht wieder flügge

Sie gilt als eines der ambitioniertesten deutschen Flugzeugprojekte: die TT62 von HP Aircraft. Die Probleme scheinen aber größer zu sein als zunächst angenommen. Seit ihrem Erstflug war die Druckkabinen-Twin nicht mehr in der Luft. Dafür hat sich der ursprünglich anvisierte Preis nahezu verdoppelt.

Die Fachwelt war sich einig: Eine Zweimot mit Druckkabine zu bauen, dazu mit zwei neuen Diesel-V8, die zuvor noch nie in einem Flugzeug geflogen sind, das Ganze angetrieben von im Rumpf sitzenden Motoren, die ihre Kraft per Winkelgetriebe an die auf Pylonen im Rumpfheck sitzenden Propeller leiten - mehr technische Probleme kann man sich bei einer Neukonstruktion eigentlich nicht mehr aufhalsen. Zudem sollte der Fünfsitzer noch schnell, sparsam und preisgünstig sein.

Jetzt scheinen erste Kritiker recht zu behalten, dass man bei HP Aircraft in Usedom zu viel auf einmal wollte: Der Erstflug verlief enttäuschend, die erwarteten Performancedaten wurden bei weitem nicht erreicht, dazu kommen Probleme mit der Kühlung, Aerodynamik und dem Handling. Auch wenn man bei dem Unernehmen unter der neuen Leitung von CEO Klaus Götsch noch auf der AERO Zuversicht demonstrierte, die Probleme in den Griff zu bekommen und dass vor allem die privaten luftfahrtbegeisterten Investoren bei der Stange bleiben würden, so sind mittlerweise Anzeichen einer Krise unverkennbar: Die TT62 ist seit dem viertelstündigen Erstflug vor einem halben Jahr nicht mehr in der Luft gewesen, der offizielle Verkaufspreis kletterte aber bereis von ursprünglich 450000 Euro plus Mehrwertsteuer auf 750000 Euro plus Steuer. Experten schätzen, dass auch diese Summe nicht zu halten sei, sondern dass ein siebenstelliger Betrag eher realistisch erscheint. Zudem räumte TT62-Konstrukteur Christian Majunke im Gespräch ein, dass ein zweiter Proof-of-concept-Prototyp derzeit nicht gebaut werde, da zuerst die zahlreichen aufgetretenen Schwächen beim Prototypen analysiert und behoben werden müssten.

Jetzt rächen sich womöglich zu vollmundig abgegebene Versprechungen von HP Aircraft aus früherer Zeit, dass die TT62 nicht mehr und nicht weniger als eine "Revolution" der Allgemeinen Luftfahrt bewirken würde. Ob der genannte Termin 2007 für den Beginn einer Serienfertigung und die mögliche EASA-Zulassung zu realisieren sein wird, muss die Zukunft zeigen. Fakt ist jedenfalls, dass man die TT62 derzeit nicht bestellen kann: Die Seite "Optionszeichnung" auf der Firmen-Website ist seit längerem nicht erreichbar. Deren letzter Eintrag unter "News" war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe ein Bericht über den HPA-Stand auf der AERO: Wohl kein gutes Zeichen.

Mit freundlicher Genehmigung des Fliegermagazins



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